Kammermusik
Jean-Baptiste Davaux (1742–1822), in der Nähe von Lyon in eine gutbürgerliche Familie geboren, zog mit 25 Jahren nach Paris. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er u. a. als Bediensteter in den Haushalten mehrerer Prinzen, nach der Revolution von 1789 im Kriegsministerium. Doch war Davaux auch ein produktiver Komponist: Neben Vokalmusik, darunter komische Opern, wurde er vor allem für seine Instrumentalwerke geschätzt. In Frankreich galt er, neben François-Joseph Gossec (1734–1829), gar als einer der bedeutendsten Symphonisten seiner Zeit, obwohl er sich selbst – angesichts seiner nichtmusikalischen Haupttätigkeiten – stets als Amateur sah.
In den Pariser Salons begegnete Davaux unter anderem Joseph Bologne de Saint-George. Seine Instrumentalmusik wurde ab 1773 regelmässig im Concert Spirituel, der renommiertesten Pariser Konzertreihe, aufgeführt, unter anderem von Giovanni Giornovichi (vgl. Orchesterrepertoire).
Interessanterweise waren exakt dieselben sechs Quartette von Davaux sowohl in der Sarasin-Sammlung in Basel als auch im Bestand der Luzerner Theater- und Musikliebhaber-Gesellschaft vorhanden. Die 1773 erstmals veröffentlichten Quartette erfuhren insgesamt zehn Neuauflagen und wurden sogar arrangiert. Quartette von Davaux wurden zudem im April 1782 bei einem Benefizkonzert in New York aufgeführt.
Aus: Repertorium der in dem Archiv der Theater und Musik-Liebhaber Gesellschaft zu Luzern befindlichen Musikstücke, 1808–1817 (ZHB Luzern, Ms.568.fol.:XI, S. 44)
Jean-Baptiste Davaux, Quartette (UB Basel, kr IV 63)